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Klimagerechtigkeit

Klimagerechtigkeit

Klimagerechtigkeit ist ein Prinzip, das weltweit jedem Menschen, einschließlich zukünftiger Generationen, das gleiche Recht auf ein intaktes Weltklima zugesteht und darüber hinaus eine gerechte Verteilung der Folgen des Klimawandels anstrebt.

Damit das Weltklima nicht aus den Fugen gerät, müsste die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius beschränkt werden. Das bedeutet, dass jeder Mensch auf der Welt nur zwei Tonnen CO2 im Jahr produzieren darf. Aktuell kommt jede/r EU_BürgerIn auf durchschnittlich 10, jede/r US-AmerikanerIn auf über 20 Tonnen CO2 jährlich – im Gegensatz zu den Menschen in vielen Ländern des globalen Südens, die vielfach weniger als eine Tonne CO2 im Jahr produzieren.

Am Klimawandel ist auch der Tourismus maßgeblich beteiligt – in erster Linie durch das Fliegen. 2015 zählte die UNWTO 1,2 Milliarden internationale Ankünfte, Tendenz steigend. Der Flugverkehr trägt mit mindestens fünf Prozent zur menschengemachten Erderwärmung bei, obwohl nur zwei Prozent der Weltbevölkerung an ihm teilnehmen. Allerdings sind die Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, am stärksten davon betroffen. Naturkatastrophen nehmen zu, Wüsten und Steppen schreiten voran, der Ertrag in der Landwirtschaft sinkt, es kommt immer öfter zu Ernteausfällen und zu Nahrungsknappheit.

Gleichzeitig ist der Tourismus selbst ein Leidtragender der globalen Erwärmung. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Länge und Qualität der Saisonen, verändert touristisch genutzte Naturräume und kann zu Wirtschaftsabschwung, Massenmigration und politischer Instabilität in den Reiseländern führen.

Klimagerechtigkeit ist auch eine Frage der Risiko- und Chancenverteilung, die Industrie- und aufstrebenden Schwellenländer als stärkste Verursacher müssen den wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und hier ist auch der Tourismus – Reisende, Tourismuswirtschaft und politische Entscheidungsträger – gefordert! Um dem international anerkannten „2-Grad“-Klimaziel Rechnung zu tragen, benötigt es im Tourismus neben technologischer Verbesserungen wirksame klimapolitische Rahmenbedingungen sowie grundlegende Änderungen im Mobilitätsverhalten der Reisenden. Es geht auch um eine Reduktion unserer Ansprüche, um bewussteres und faires Reisen, damit eine klimagerechte Wirtschafts- und Lebensweise als Beitrag zu einer gerechteren globalen Entwicklung etabliert wird.