Direkt zum Inhalt
CBT Projekt in der Landschaft des Jahres 2018/19 Senegal/Gambia
CBT Projekt in der Landschaft des Jahres 2018/19 Senegal/Gambia

Community Based Tourism

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2017 zum „Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ ausgerufen. Dahinter steht die Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Entwicklungszielen (Sustainable Global Goals, SDGs). Darin werden u.a. Prozesse der Partizipation als zentraler Punkt zur Erreichung der Ziele genannt.

Auf Partizipation, sprich der Mitgestaltung lokaler Gemeinschaften, baut auch der so genannte Community Based Tourism, zu deutsch „gemeindebasierter Tourismus“, auf. Community Based Tourism bezeichnet einen sozialverantwortlichen, partizipativen Tourismus, der auf lokalen Strukturen aufbaut, oft abseits vom Massentourismus. Sein Ziel ist, dass die gesamte Gemeinschaft von den wirtschaftlichen Effekten, die der Tourismus bringt, profitiert und möglichst viel der Wertschöpfung aus dem Tourismus der lokalen Bevölkerung zugute kommt.

 

Einblicke in die Praxis
Für den Erfolg solcher Projekte sind viel Kompetenz und Erfahrung sowie Wissen über die lokalen sozialen, wirtschaftlichen und naturräumlichen Strukturen nötig. Patentrezepte für die erfolgreiche Entwicklung von Community Based Tourism gibt es nicht. Einen Blick in die Praxis bietet unser tourism_LOG. Hier kommen Akteure aus der ganzen Welt zu Wort und berichten über ihre Projekte und Erfahrungen – positive wie negative.

Unsere Reise führt uns nach Uganda, Myanmar, Sri Lanka, Brasilien, auf der Schokoladenstraße durch Bolivien und bis nach Australien. Neben Einblicken in die Praxis geht es auch u.a. um die Frage, ob der CBT eine Antwort auf den vielerorts übermäßig wachsenden Tourismus – Stichwort: Over Tourismus - sein kann und warum Projekte so oft am Dornröschen-Syndrom scheitern.

 

Mehr über Community Based Tourism erfahren

Tourismusentwicklung bottom-up

Im Mittelpunkt stehen also lokale Gemeinschaften, die Tourismusprojekte in ihrer Region entwickeln. Damit diese Gemeinschaften ihre Verantwortung für eine nachhaltige Tourismusentwicklung wahrnehmen können, müssen sie gestärkt werden,– denn Tourismus ist mehr, als nur Unterkünfte für TouristInnen und Infrastruktur zu schaffen. Bildung – also das Angebot an (Weiter-)Bildungsangeboten – ist ein Schlüssel dazu, ebenso wie die Etablierung von Mitsprache-Mechanismen und das Bereitstellen entsprechender finanzieller Ressourcen. Ein weiterer wichtiger Aspekt dabei, ist die Einbindung und Förderung aller Gruppen einer Gesellschaft insbesondere Frauen und Minderheiten.

 

Im Einklang mit Mensch und Natur

Community Based Tourism thematisiert die sozialen und kulturellen Belastungen für die Gemeinschaft sowie die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Natur. Diese sollen möglichst vermieden oder zumindest minimiert werden.

Touristische Projekte werden entsprechend der vorhandenen lokalen Strukturen und Gegebenheiten entwickelt und an die Tragfähigkeit der lokalen Natur, Kultur und Gesellschaft angepasst. Die Einnahmen aus dem Tourismus werden gerecht verteilt und kommen allen Mitgliedern der Gemeinschaft zugute. Letztendlich profitieren alle vom wirtschaftlichen Erfolg des Tourismus.

Community Based Tourism spricht Gäste an, die in ihrem Urlaub am Gemeinschaftsleben teilnehmen und Einblicke ins Dorfleben bekommen, die neue Kulturen und Lebensweisen kennen lernen möchten. Diese Erwartungen der TouristInnen an ein authentisches Erleben des Lebens in der Gemeinschaft zu erfüllen, glaubwürdig zu bleiben und sich nicht zu „verkaufen“, ist sicherlich eine Gradwanderung und eine große Herausforderung.